Wie es 2007 weiterging

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16. Februar 2007

Der Verkaufskollege mit Donuts erhält als Zweiter seine Genehmigung von der ASAE. Er zieht es jedoch vor, noch nicht zu arbeiten und erst einmal noch abzuwarten.

 

23. Februar 2007

Die ASAE schreibt uns per Einschreiben an, wir sollen unverzüglich Stellung nehmen wegen unseres “ Hygieneverstoßes fehlende Toiletten und Wasseranschluss ”. Außerdem benötigen Sie den letzten Steuerbescheid (den sie schon längst kontrolliert haben). Das Strafmaß für dieses Vergehen liegt zwischen 500 Euro und 3750 Euro. Wenn wir 500 Euro gleich bezahlen, ist die Sache erledigt. Wir bezahlen nichts und senden der ASAE die gewünschten Unterlagen. Wir haben einen bitteren Geschmack im Mund.

22. März 2007

Der Kollege mit Donuts hat das Arbeiten heute begonnen. Es sind jetzt 2 Chemieklos am Kap. Weitere 7 folgen, weil die Lebensmittelbehörde für jeden Imbissbetrieb eine eigene Toilette vorschreibt. Somit sind demnächst insgesamt 9 Chemietoiletten am Kap und für Kunden kein Einziges. Der Ärger ist vorprogrammiert. Auf unsere Anfrage, ob zwischenzeitlich die Genehmigung des Denkmalschutzes und der Nationalparkverwaltung für die Toilettencontainer der Gemeinde vorliegt, erhalten wir negativen Bescheid. Es wird sich noch hinziehen. Ebenso negativ der Bescheid auf unsere Bitte, zumindest für unsere Kunden eine weitere Chemietoilette aufstellen zu dürfen. Wir müssten diese alle 2 Stunden komplett reinigen lassen, was unmöglich ist.

5. April 2007

4 weitere Kollegen erhalten die Lizenz der ASAE. Eine gibt es für einen völlig ausgemergelten und verrotteten Imbisswagen, der nur notdürftig gestrichen wurde, aber jetzt ein Waschbecken hat. Ein anderer Kollege hat sein Handwaschbecken aus Edelstahl einfach außen neben seinen LKW aufgestellt. Auch er darf weiterarbeiten. Jetzt ist die ASAE plötzlich damit einverstanden, wenn sich 3 Kollegen eine Toilette teilen. Wir verstehen nun endgültig unsere Hygienewelt nicht mehr und haben unsere Chemietoilette nur für uns beibehalten. Die seit September 2006 avisierten großen Toilettencontainer sind immer noch nicht aufgestellt.

26. Mai 2007

Der Verkaufskollege mit dem uralten Imbisswagen (siehe 5. April 2007)  ist heute auf die glorreiche Idee gekommen, auch Besucher auf sein Chemieklo zu lassen (was natürlich verboten ist) - für 1 Euro pro Sitzung. Er “ verdient “ bereits am 1. Tag mehr als 30 Euro. Wir schütteln nur noch mit dem Kopf. Das ist Abzocke.

27. Mai 2007

Unsere neue Aussendekoration ist fertig.

12. Juni 2007 - Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.

Sie kommen zu Zweit und als Touristen - Ehepaar getarnt, fragen auf Englisch, ob Sie unsere Toilette benutzen dürften, was wir verneinen. Wir schicken sie ahnungslos nach oben zu unserem Kollegen mit der selbstgenehmigten Toilettenvermietung. Sie bezahlen dort grinsend 1 Euro. Dann weisen sie sich bei ihm als Lebensmittelkontrolleure der ASAE aus. Es wird seine Waage konfisziert, die nicht zu seinen Ungunsten selbstgeeicht erscheint. Dann gehen sie weiter, wieder in unsere Richtung. Die Kollegin, die neben uns Hamburger und Schweineschnitzel - Sandwiches sowie Eis verkauft, entzieht sich in Panik einer Kontrolle; sie lässt alles Stehen und Liegen, ihren Imbisstand offen und fährt fluchtartig mit dem Auto davon. Wir vermuten einen akuten Schockzustand, der diese merkwürdige Reaktion bei ihr auslöst.

Bei uns  wird dann kontrolliert - aber nur Kleinigkeiten bemängelt, die wir sofort abstellen können. Es muss bei unseren deutschen Senfeimern die Beschriftung auch auf portugiesisch vorhanden sein. Was “ mittelscharf ” auf Portugiesisch heißt, kann man uns nicht befriedigend beantworten, weil es dieses Wort nicht gibt. Wir dürfen gnädig diesen Eigenschaftshinweis weglassen. Der luftdicht verschlossene Reserve - Senf - Plastikeimer darf nicht auf dem Boden stehen, er muss auf einem Plastikgitter 5 cm über dem Boden aufbewahrt werden.

Uhren, Armreife und Ringe dürfen nicht getragen werden und die Handtaschen sind ebenfalls nicht auf dem Boden, sondern in einem Schrank aufzubewahren. Ansonsten, keinerlei Beanstandungen. Wir bekommen nach 2 Stunden den grünen Haken auf das sehr umfangreiche Kontrolldokument. Den Bericht  über die durchgeführte Kontrolle müssen wir zum Nachweis gegenzeichnen, damit der Vorgang als Erledigt in die Ablage der ASAE wandern kann.

Wieder einmal sind wir die Einzigen, die diese Unterschrift leisten dürfen. Andere Kollegen werden sich derweil noch über weitere, unangemeldete Besuche erfreuen. Deren Aktenstatus steht nun entweder auf Wiedervorlage oder Nachbesuch. In machen Fällen ziert sogar ein hübscher, roter Reiter den weißen Aktenumschlag. Wir sind nicht unglücklich. Diese Art von Kontrollen begrüßen wir ausdrücklich. Sie dienen der Gesundheit der Kunden. Wir hoffen, dass im Rahmen der Gleichbehandlung nun tatsächlich auch alle anderen Kollegen kontrolliert werden.

18. - 19. Juni 2007

Das ZDF ist bei uns und dreht eine 5 Minuten - Reportage für die Sendung M.L. Mona Lisa. Sendetermin ist der 1. Juli 2007 um 18:00 Uhr im ZDF. Zum Ansehen des 6,3 MB großen Beitrages klicken Sie bitte hier.

9. - 13. Juli 2007

Kabel 1 ist bei uns zu Gast und dreht eine längere Reportage für die Sendung Abenteuer Leben.

26. Juli 2007

Am 26.7. um 20:15 in Kabel 1  für die Sendung “Mein neues Leben” - Thema: Nagelstudio statt Harz IV ist eine kurze Sequenz an unserem Stand mit dabei. Wir wünschen den beiden “Auswanderern” viel Glück, das werden sie bitter nötig haben, auch wenn wir es für sehr unwahrscheinlich halten, dass sie es schaffen.

26. Juli 2007

Paola und Kurt Felix besuchen uns und genießen eine Thüringer Bratwurst.

4. September 2007

Wir erhalten einen Einschreibebrief mit Rückschein von der ASAE. Darin wird die Kontrolle im Juni protokolliert. Obwohl uns damals von den Inspekteuren gesagt wurde, dass alles in Ordnung ist, sind wir wegen Verstoßes in 7 Punkten bezichtigt und sollen zwischen 500 und 3.750 Euro Strafe bezahlen und eine schriftliche Stellungnahme zu unseren “ Vergehen ” abgeben. Wir haben dafür 10 Tage Zeit. Die Aufstellung unserer “ Fehler ” zeigen wir mehreren uns befreundeten Portugiesen. Kein einziger ist in der Lage auch nur im Ansatz zu Verstehen, was die ASAE ausdrücken will. Morgen gehe ich zum Anwalt. Ich bin gespannt, ob er mir die Aneinanderreihung von Paragraphen erklären kann.

Kabel 1 sendet  heute die Reportage über uns in der Sendung Abenteuer Leben um ca. 22:30 Uhr. Wiederholungen und Kurzberichte in diversen Programmen. Ebenso in “Volle Kanne”, im WDR und weiteren Sendern.

18. September 2007

Wir wissen nun, was wir unterlassen haben. Es wird von uns erwartet, dass wir eine der ASAE nahestehende Hygienefirma für 750.-- Euro pro Jahr beauftragen, die unsere Gefriertruhen 3 x pro Jahr kontrollieren. Wir müssen künftig täglich 2 x die Innentemperatur in einem speziellen Ringbuch erfassen. Was wir ohnehin täglich kontrolliert haben, muss nun nochmals extra protokolliert werden. Ebenso ein Reinigungsplan und und und. Das kostet dann 750.-- Euro pro Jahr. So kann man auch mühelos Geld verdienen. Der Anwalt bemüht sich, dass wir von einer Strafzahlung befreit werden. Die anderen Kollegen haben noch keinen Brief erhalten. Auch die Kollegin nicht, die geflüchtet ist. Wir zweifeln zwischenzeitlich stark an der Gleichbehandlung. Aber vielleicht hat es auch etwas Gutes. Wir wissen nur nicht was.

25. Oktober 2007

Wir können die Saison heute um 14:49 Uhr mit dem Verkauf der letzten letzten Bratwurst vor Amerika beenden, sind ausverkauft und begeben uns nun in die wohlverdiente Winterpause bis zum 10. März 2008. Im Winter sollen nun feste Häuser für uns am Kap gebaut werden. Vamos ver.......

17. Dezember 2007

Besuch und offizielle Mitgliedschaft im Deutschen Bratwurstmuseum. Wer in Thüringen ist, darf sich dieses Museum nicht entgehen lassen.

 

siegel2