Der stärkste Leuchtturm Europas

und der zweitstärkste Leuchtturm der Welt

hat eine Leuchtkraft von über 50 Seemeilen. Ein Glasprisma mit stolzen 3 Metern im Durchmesser und eine kleine, nur 1500 Watt starke Halogenleuchte machen diese Reichweite möglich.

 

Es herrscht immer reger Betrieb am Kap; nicht nur über Wasser, auch im Wasser, weil alle internationalen Schifffahrtslinien nach Afrika, ins Mittelmeer und nach Übersee hier an diesem Knotenpunkt vorbeifahren müssen; aus Sicherheitsgründen in einem sehr großem Abstand zur Küste. Man sieht die riesengroßen Containerschiffe deshalb nur schemenhaft als “Inseln” in der Ferne.

Durch die GPS-Satellitennavigation hat der Leuchtturm an Bedeutung verloren. Deshalb wurde die Lichtstärke auf eine Reichweite von 20 Seemeilen gedrosselt. Der Turm leuchtet also nur noch mit gebremstem Schaum. Für ortsansässige Fischer ist er aber immer noch eine überlebenswichtige Orientierungshilfe. Stolze 35 Meter ragt er über die 70 Meter hohe Klippe.

Die Leuchtturmwärter (Faroleiros) sind Marinesoldaten im Dienste des Verteidigungsministeriums, die auch direkt im Kap wohnen und für die Instandhaltung und die ständige Funktionstüchtigkeit verantwortlich sind. Alle 4 Jahre erfolgt turnusmäßig ein kompletter Wechsel der Besatzung. 4 Leuchttürme sind es in Portugal. Nach einer Runde ist also für einen Faroleiro bereits nach 16 Jahren die Rente in Sicht. Deshalb ist es auch ein heißbegehrter Posten.

kein Wunder: bei dem Sonnenuntergang

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Nach über 5 Jahren “Restaurierungsarbeiten”, wurde der obere Innenhof für Besucher wieder freigegeben. Täglich außer Montags und an Feiertagen von 10 Uhr bis 18 Uhr kann man durch das rote Eisentor wieder in den Innenhof und wer 3 Euro bezahlt kann in ein kleines Museum. Das Minimuseum (nur 1 Raum) wird dafür von einer privaten Bewachungsfirma streng bewacht. Warum, wissen wir leider nicht, weil so tolle Reichtümer hat das “Museum” nicht. Viele Tafeln auf Portugiesisch und ein paar alte Tonkrüge. Das war´s dann.

 

Gegenüber befinden sich Toiletten mit einer Toilettenhostess (früher hat man dazu Klofrau gesagt). Endlich ist dieses leidige Dilemma der Notdurft am Kap behoben - wenngleich der Besucher 50 Cent pro Benutzung bezahlen darf. Wenn die Toiletten dadurch sauber und hygienisch bleiben, ist das gerade noch akzeptabel. Ein Schritt in die richtige Richtung. Warten wir ab, wie sich dort die Hygienesituation entwickelt.

 

Der Leuchtturm selbst kann ab Dezember 2011 auch wieder besichtigt werden. Und zwar jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr. Kostenlose Führungen gibt es jeweils zur vollen Stunde, also um 14,15 und 16 Uhr.

 

Leider kann man innen nicht mehr alle Wege benutzen, i. B. den, der direkt zum südwestlichsten Endpunkt führt und an dessen Ende man auf den “Gigant” - einem vorgelagerten kleinen Felsen - blickt Einheimische bezeichnen diesen Felsen als Finger Gottes. Schade, dass dieser Weg für Besucher gesperrt wurde.

  siegel2